Berlin Kata Tournament: Karate kennt keine Grenzen

Mehr als 500 Starts, zahlreiche lachende Gesichter und eine Atmosphäre, die den Karatesport in seiner ganzen Vielfalt zeigt: Beim Berlin Kata Tournament im Sport Centrum Siemensstadt standen nicht nur sportliche Leistungen, sondern vor allem Gemeinschaft, Wertschätzung und Teilhabe im Mittelpunkt. 

„One for all“ – unter diesem Motto ging das Berlin Kata Tournament in seine dritte Runde. Und wer an diesem Samstag unsere Sporthalle betrat, konnte schnell erkennen, was hinter diesen drei Worten steckt: Anfänger und erfahrene Wettkampfsportler, Kinder und Erwachsene sowie Karateka mit und ohne Beeinträchtigung kamen zusammen, um ihre Kata zu präsentieren und sich miteinander zu messen. 

Mit mehr als 500 Starts aus 23 Vereinen entwickelte sich das Turnier erneut zu einem großen Treffpunkt der Karategemeinschaft. Dabei waren rund 70 Prozent der Starterinnen und Starter Anfänger. Für viele von ihnen war es eine der ersten Gelegenheiten, Wettkampfluft zu schnuppern. Gleichzeitig nutzten erfahrene Athletinnen und Athleten, darunter Landesmeisterinnen und Landesmeister aus Berlin und Brandenburg, das Turnier zur Vorbereitung auf kommende Meisterschaften. Sogar Gäste aus Dänemark waren dabei. 

Dass das Motto weit mehr als ein schöner Leitspruch ist, wurde im Laufe des Turniers immer wieder deutlich. Für Murat Salbas, 1. Vorsitzender und Haupttrainer des Toruko Sportvereins Berlin sowie Mitorganisator der Veranstaltung, beschreibt es den eigentlichen Kern des Karate: „Egal, welchen Glauben jemand hat, wie groß jemand ist, wie er aussieht oder aus welcher sozialen Schicht er kommt – hier sind alle gleich. Alle tragen den weißen Anzug und alle werden gleich behandelt.“ 

Besonders sichtbar wird dieser Gedanke im Parakarate, das von Anfang an fester Bestandteil des Turnierkonzepts ist. Karateka mit Beeinträchtigungen starten nicht in einer abgetrennten Veranstaltung, sondern werden entsprechend ihrer Altersklasse in die regulären Wettkampfgruppen integriert. Sie sind nicht einfach nur dabei, sondern mittendrin und vollwertiger Teil der Gemeinschaft. Eine Selbstverständlichkeit, die für die Teilnehmenden einen großen Unterschied macht. 

Neben den sportlichen Ergebnissen war es vor allem die besondere Stimmung, die das Turnier prägte. Auf und neben den Wettkampfflächen wurde angefeuert, mitgefiebert und gemeinsam gejubelt. Viele Vereine kehren Jahr für Jahr zurück. Neue Starterinnen und Starter werden ebenso herzlich aufgenommen wie erfahrene Wettkämpfer. 

„Wir sind sehr zufrieden, wenn wir viele lachende Gesichter sehen“, erzählt Murat Salbas. Besonders freue ihn, wenn Teilnehmende nach ihrem Start zurückkommen, sich für die Organisation bedanken und erzählen, wie wohl sie sich gefühlt haben. Auch bei Fragen oder kleineren Problemen versuche das Organisationsteam stets, eine Lösung zu finden. 

Dass diese Haltung ankommt, zeigte sich auch bei den liebevoll gestalteten Urkunden und Medaillen. Jede Urkunde wurde individuell mit dem Namen der Starterinnen und Starter versehen, Platzierungen zusätzlich mit einem besonderen Stempel hervorgehoben. Eine kleine Aufmerksamkeit, die gerade bei den jüngsten Karateka für große Freude sorgte. 

Auch organisatorisch zog Salbas ein positives Fazit: Trotz der mehr als 500 Starts blieb das Turnier nahezu vollständig im Zeitplan. Möglich wurde das durch das Engagement zahlreicher Helferinnen und Helfer, Kampfrichter, der Tischbesatzung und des gesamten Organisationsteams. Hinter dem Berlin Kata Tournament steht eine enge Zusammenarbeit des Sport Club Siemensstadt mit dem Toruko Sportverein Berlin. Unterstützt werden die Hauptorganisatoren von weiteren Berliner Vereinen und Partnern aus Brandenburg. Einige Helfer reisten sogar mit einer größeren Mannschaft an, um beim Aufbau und bei den Siegerehrungen zu unterstützen. 

Was 2024 als Junior Kata Tournament begann, hat sich inzwischen zu einem festen Termin im Berliner Karatekalender entwickelt. Dass immer mehr Vereine Interesse zeigen und bereits nach den nächsten Terminen fragen, ist für das Organisationsteam eine besondere Bestätigung. 

Wer jetzt Lust auf mehr Karate bekommen hat, darf sich auf zwei weitere Veranstaltungen freuen: Am 1. und 2. Mai 2027 lädt das internationale Karate-Turnier IKAT Berlin zu zwei Wettkampftagen ein. Das nächste Berlin Kata Tournament findet am 6. November 2027 erneut im Sport Centrum Siemensstadt statt. 

Wir freuen uns darauf, die Karategemeinschaft wieder bei uns begrüßen zu dürfen – ganz im Sinne von: One for all!